Kampfsport Kung-Fu

Im Chinesischen bezeichnete der Begriff Kung-Fu ursprünglich den Grad einer Kunstfertigkeit, welcher durch harte Arbeit erworben wurde. Heute wird er jedoch in China vor allem für Kampfkünste verwendet, wie im Westen auch. Der Begriff wurde im Westen in den 1960er-Jahren durch Bruce Lee und die Hongkongfilme sowie durch die Serie "Kung-Fu" geprägt. Der eigentliche Begriff bezieht sich aber auf das Leben allgemein; es ist die Arbeit an sich selbst, welche durch die Hingabe an eine Kunstfertigkeit vervollkommnet wird. Die Kampfkunst der Shaolin-Mönche ist das Beispiel einer Kampfkunst, welche mit dem Begriff Kung-Fu bezeichnet wird.
Die Kampfkunst der Shaolin-Mönche wurde benutzt, um ihre Klöster vor Angreifern zu beschützen, wobei die historischen Belege vor dem 15. Jahrhundert umstritten sind. Aus der Zeit der Ming-Dynastie sind Quellen vorhanden, welche besagen, dass Militärexperten in die Klöster gereist waren, um diese Künste zu studieren. Das älteste überlieferte Buch mit dem Titel "Abhandlung über die originale Shaolin-Stockkampf-Methode" ist auf das Jahr 1621 datiert. Die Entstehung dieser Kampfkunst beruht mehrheitlich auf Legenden. Eine davon besagt, dass ein indischer Mönch in ein Kloster kam, um den Zen-Buddhismus einzuführen. Er bemerkte, dass die Mönche nicht genügend Ausdauer für die Meditationsübungen hatten. Deshalb verfasste er einige tanzähnlich Übungen, welche, mit speziellen Atemtechniken kombiniert, zur Verbesserung der Ausdauer dienen sollten. Es zeigte sich, dass die Mönche so auch in der Selbstverteidigung erfolgreicher waren und man weitete die Art der Übungen aus.
Die Shaolin-Kampfkunst wird heute in einer unübersichtlichen Vielfalt überall auf der Welt gelernt. Moderne Schulen betonen und lehren folgende Prinzipien: Shaolin erfordert körperliche Anstrengung und repetitive Bewegungsübungen. Nicht die Selbstverteidigung, sondern die Bewegungsmeditation steht im Vordergrund. Einige Übungen sind somit nicht auf Kampfsituationen anwendbar. Es gibt zudem keine Graduierung; die Schüler verbessern sich um ihrer Fertigkeiten willen und nicht, um zum nächsthöheren Rang aufzusteigen.




